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Das Rechenzentrum

Das heute so genannte Rechenzentrum, in der DDR-Zeit hieß es „Datenverarbeitungszentrum“, gliedert sich in zwei große, würfelartige Baukörper. Das Bürogebäude befindet sich direkt an der Breiten Straße. Es ist fünf Geschosse hoch. Dieser Gebäude-Teil steht zum Teil über den Grundrissen des Kirchenschiffs der ehemaligen Garnisonkirche.

Datenverarbeitungszentrum, Bürogebäude

Im hinteren Bereich dieses Gebäudes befand sich die ehemalige Kantine. Dieser Kantinen-Anbau reichte bis weit auf den Bürgersteig der Breiten Straße hinaus, in etwa bis zum wieder aufgemauerten Portal der ehemaligen Garnisonkirche. Dieser Flach-Anbau des Bürogebäudes wurde bereits für die Baufeldfreimachung des Wiederaufbaus des Kirchturms der Garnisonkirche abgerissen.

Der Grundriss des Bürogebäudes wurde auf Freifunk-potsdam.de veröffentlicht.

Der von der Breiten Straße aus abgewendete Gebäudeteil, ein zweigeschossiger, ebenfalls würfelartiger Flachbau, ist mit einem schmalen Verbinder, welcher weit zwischen den beiden Gebäuden zurück springt, verbunden.

Datenverarbeitungszentrum, Technikgebäude

Rechenzentrum, Ansicht von der Mitte der Plantage Potsdam

Während im Brdunkle Gänge im Rechenzentrumeite-Straße-seitigen Gebäudeteil die Büros untergebracht waren, befand sich in der Mitte dieses Flachbaus das eigentliche Rechenzentrum. Ein zentraler, flacher und finsterer Saal ohne Tageslicht für die Rechenanlagen. Um diesen Saal herum sind wiederum Büro-Räume angeordnet. Am Ende der Nutzungszeit als Rechenzentrum waren  in diesem Saal nur noch wenige Serveranlagen. Große und dunkle Leere herrschte, denn Computer und Serveranlagen wurden in den 45 Jahren der Nutzung immer kleiner…

lange Flure um RechenzentrumAuch im eigentlichen Bürogebäude herrscht eine beklemmende Enge. Schmale Gänge, welche durch eloxierte Türen getrennt wurden, führen zu den einzelnen Büros, die wie Kaninchenställe aneinander gereiht sind.

In den Büros herrscht die Heizungsanlage: entweder an und brütend heiß, oder aus und kalt und zugig. Zudem der unentwegt laute Straßenlärm der Breiten Straße und Dortu Straße (letztere war zu DDR-Zeiten ebenfalls eine Hauptverkehrsstraße und nicht verkehrsberuhigt). Daher war und ist das Öffnen der Fenster, wegen andauernder Lärmbelästigung, nicht ratsam. Im Haus herrschte fast immer eine stickige und feuchte Luft. Bis heute…

Zwei unspektakuläre Gebäude. Wäre da nicht der Mosaikfries von Fritz Eisel.

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Fakten

Die drei großen Potsdamer Stadtplätze, die Plantage, Platz der Einheit (früher Wilhelmplatz) und der Bassinplatz sind die Platzräume, die im 18. Jahrhundert im Rahmen der Stadtplanung und der Bebauung, auf Veranlassung des Soldatenkönigs, als nicht bebaubare Flächen übrig blieben.

An allen drei Plätzen waren umfangreiche Pfahlgründungen für die angrenzenden Baufelder erforderlich. Das hängt mit dem eiszeitlich geprägten Untergrund zusammen, denn ursprünglich verlief ein Havelarm der später verlandete. Dieser Havelarm begann am Heiligen See, führte über die Positionen der heutigen drei Plätze und Endete an der Planitz. An verschiedenen Grundstücken waren daher Pfahlgründungen von zehn bis etwa vierzig Meter Tiefe nötig.

Durch den Stadtkanal, der die Plantage auf der Nordseite (Yorckstraße) und Westseite (Dortustraße) umfloss, entstand die historische Platzsituation. Der Stadtkanal diente zur Entwässerung der Umgebung. Er wurde so angelegt, dass er als Baumaterialtransportweg genutzt werden konnte. Daher waren die ersten Brücken, wie in den Niederlanden, hölzerne Klapp- oder Ziehbrücken.

Den südlichen Abschluss der Plantage bildet die Breite Straße. Der Östliche wird durch den frühere Lange Stall gebildet.

Auch die Garnisonkirche (1730-32) wurde auf Pfählen errichtet, nachdem die erste Kirche (1720-1721) hier wegen der Bodenverhältnisse eingestürzt war. Die Kirche und der Lange Stall, die heute beide nicht mehr existieren, prägten die Plantage architektonisch. Das repräsentative Portal des Langen Stalls ist erhalten.

Die Plantage musste mehrfach durch Aufschüttungen gesichert werden.

Die erste Bepflanzung des Platzes um 1720 mit Linden wie eine Plantage hat wohl zu seinem Namen geführt. Allerdings wuchsen die Bäume wegen des schlechten Bodens nicht richtig an. Später gab es unterschiedliche Gestaltungen des Platzes, weil weite Flächen des Platzes absackten und immer wieder aufgeschüttet werden mussten. Dabei wurde die Plantage zeitweise mit einer doppelten Lindenreihe eingerahmt. Im mittleren Bereich wurde er als Exerzierplatz genutzt.

1850 veränderte der Gartengestalter Peter Joseph Lennè die Plantage, indem er die vorhandenen Linden ergänzte, ein Teil war aufgrund der Bodenverhältnisse abgestorben. Auch ließ er Sträucher und Büsche pflanzen. Die Plantage wurde Grünanlage mit diagonalen Wegen und einem Andreaskreuz.

1900 erhielt der Platz eine Rasenfläche, das Andreaskreuz blieb. An dieser Stelle wurde ein Rondell angelegt, in dessen Mitte eine Bronzestatue Friedrich II. aufgestellt wurde, das den Zweiten Weltkrieg unzerstört überstand. 1924 erhielt die Plantage ein weiteres Denkmal, das „Semper-Talis-Denkmal“ für das 1. Garderegiment zu Fuß. Nach dem Krieg wurden beide Denkmale entfernt.

Auf der Südseite bestand einst eine direkte Anbindung des Platzgrüns an die kurfürstliche Lindenallee „Breite Straße“ zum Lustgarten, dem ältesten künstlerisch gestalteten Garten der Stadt.

In den offiziellen Dokumenten der Potsdamer Stadtplanung bis zum Mauerfall 1989 findet sich der Name „Plantage“ nicht in den Akten. Seit 1971 nimmt 3/5 des Platzes das Rechenzentrum in Anspruch.

Heute wird die Fläche zum Teil noch als Sport- und Freizeitfläche genutzt, an der Dortustraße, Ecke Yorckstraße befindet sich das 1991 errichtete Glockenspiel der Garnisonkirche, das mit Spenden nachgebaut wurde und wieder „Lobe den Herrn“ und „Üb immer Treu und Redlichkeit“ spielt.

Die Plantage wird in den nächsten Jahren umgestaltet und soll wieder ein lebendiger Stadtplatz werden. Die Neugestaltung orientiert sich am historischen Stadtgrundriss. Der Wettbewerb für einen Teil der Gestaltung der Plantage läuft.

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Die Plantage

Potsdams Plätze des Soldatenkönigs

Die drei großen Potsdamer Stadtplätze, die Plantage, Platz der Einheit (früher Wilhelmplatz) und der Bassinplatz sind Platzräume des 18.Jahrhunderts. Im Rahmen der zwei Stadterweiterungen auf Veranlassung König Friedrich Wilhelms I. blieben sie aufgrund der damaligen Stadtplanung und deren Realisierung als nicht bebaubare Flächen übrig.

An allen drei Plätzen waren umfangreiche Pfahlgründungen für die angrenzenden Baufelder erforderlich. Das ergibt sich aus dem eiszeitlich geprägten Untergrund. Ursprünglich verlief ein zweiter Havelarm über den Heiligen See und die drei heutigen Plätze bis zur Planitz – Insel. Dieser Havelarm verlandete später. An verschiedenen Grundstücken waren daher Pfahlgründungen von zehn bis etwa vierzig Meter Tiefe erforderlich.

Der Stadtkanal diente zur Entwässerung der Umgebung und wurde so angelegt, dass er als Baumaterialtransportweg genutzt werden konnte. Daher waren die ersten Brücken, wie in den Niederlanden, hölzerne Klapp- oder Ziehbrücken. Den Kanal begleiten beidseitig Straßen, die Grachten, wie sie auch in Potsdam zeitweise hießen.

Die Plantage

Durch den Stadtkanal, der die Plantage auf der Nordseite (Yorckstraße) und Westseite (Dortustraße) umfloss, entstand ihre Platzgestalt. Im Süden reicht sie bis an die Breite Straße und das Grundstück der ehemaligen Hof- und Garnisonkirche. Auf der Ostseite grenzt der Platz an ein ehemals militärisch genutztes Gelände, dem Langen Stall. Im Norden und Westen reicht die Plantage jeweils bis an die jeweiligen Straßen am Stadtkanal, der Yorck- und Dortustraße.

Die städtebauliche Raumbildung der Plantage

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Im Norden begrenzt den Platzraum optisch die Häuserfront der Wohnbebauung der nördlichen Seite der Yorckstraße. Im Osten bildete der ehemalige Lange Stall mit seinem hohen, etwa 170 Meter langen Satteldach die Platzwand. Im Süden gaben die Nordseite der ehemaligen Garnisonkirche der Plantage den optischen Rahmen und die Fassaden der Eckbebauung der Breiten Straße an der Breiten Brücke über den Stadtkanal. Mit den großen Brückenfiguren zählte auch die Breite Brücke zu den optischen Platzbegrenzungen. Auf der Westseite reicht der Platzraum bis an die Fassaden des Großen Militärwaisenhauses und ab der Spornstraßen-Ecke bis an die dreigeschossige Wohnbebauung, das ehemalige Rechnungshofgebäude und die Dortu-Schule.

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Überlegungen zum Lustgarten auf Eis legen

Die BI Plantage wundert sich über die wiederholten Pläne und Vorstellungen zur Umgestaltung des Lustgartens, der zur Bundesgartenschau 2001 mit öffentlichen Geldern neu interpretiert wurde. Die Vorstellungen, die in der Öffentlichkeit zur Beseitigung des Hotels Mercure im Lustgarten vorgetragen werden, sind nicht nachvollziehbar, solange keinerlei Gespräche mit dem Eigentümer und Betreiber des Hotels geführt wurden. Die BI Plantage fordert deshalb alle Überlegungen zum Lustgarten solange auf Eis zu legen, solange es keine Einigung mit den Verantwortlichen des umstrittenen Gebäudes gibt.

Die BI Plantage engagiert sich für das Gesamtkunstwerk Potsdam, zu dem die Stadtplätze Bassinplatz, Platz der Einheit, Plantage und Lustgarten in besonderer Weise gehören, auch weil sie der innerstädtischen Erholung der Potsdamer als Grünflächen dienen.